Die Honigernte

Im Frühling blüht und grünt es überall in der Natur. Das Trachtangebot für die Bienen ist vielfältig. Die gut durch den Winter gekommenen Völker entwickeln sich meist gut und schnell. Eine große Anzahl von Sammelbienen kann täglich ausfliegen. Viele Waben sind mit Brut besetzt. Weil der eingetragene Nektar und Honigtau nur zum Teil für die Aufzucht der Jungbienen benötigt wird, können Honigvorräte angelegt werden. Hierfür wird mehr Raum benötigt. Der Imker setzt die Honigräume auf, bzw. gibt diese frei. Zwischen Brut- und Honigraum wird ein "Absperrgitter" gelegt, das nur Arbeitsbienen passieren können. Die Königin kann nicht zur Eiablage in den Honigraum gelangen. Die Honigwaben bleiben frei von Brutflächen. Arbeitsbienen bauen dann im Honigraum neue Waben und füllen diese mit Honig. Die Wabenzellen mit fertigem, reifem Honig werden mit Wachsdeckeln verschlossen. In unserer Region ist nach der Rapsblüte die erste Honig ernte fällig, weil der Rapshonig in den Wabenzellen schnell kristallisiert und dann schwer herausgeschleudert werden kann.

 

Um mit Sicherheit reifen Honig zu ernten, werden den Honigräumen der Bienenstöcke nur die verdeckelten Waben entnommen. Dies geschieht möglichst nach trachtfreien Tagen und am frühen Morgen. Es gilt eine Räuberei der Bienenvölker untereinander zu verhindern und einen Kampf um den Honig mit dem Imker zu vermeiden. Die auf den Honigwaben sitzenden Bienen werden mit einer langstieligen, schmalen Rosshaarbürste oder einer Gänseflügelfeder in die Beute gefegt. Die bienenfreien Waben kommen dann in wärmeisolierte Kästen. Die Raumtemperatur im Stock wird von den Bienen auf konstant etwa 30 Grad Celsius gehalten. Daher haben auch die Honigwaben diese Temperatur, und der dann verhältnismäßig dünnflüssige Honig lässt sich gut herausschleudern. (Der oft auf Honiggläsern angebrachte Vermerk "Kalt geschleudert" ist unsachlich und irreführend)

In einem geschlossenen, sauberen, bienendichten Raum, werden die Honigwaben möglichst umgehend entdeckelt. Hierfür verwendet man meistens eine ca. 6 cm breite, spitze Entdeckelungsgabel. Die so vorbereiteten Waben werden dann in den Drehkorb der Honigschleuder gehängt. Die durch die schnelle Umdrehung des Schleuderkorbes entstehende Zentrifugalkraft schleudert den Honig aus den Wabenzellen an die Innenwand der Schleuder. Von hier läuft der Honig über ein Doppelsieb (Grob- u. Feinsieb), das etwaige Wachsteile zurückhält, in luftdicht schließende Edelstahl- oder Kunststoffbehälter.

Jeder gute, nicht erhitzte Honig wird, je nach Sorte, früher oder später fest; er "kristallisiert". Das kommt vor allem durch den hohen Anteil an wertvollem Traubenzucker. Um eine grobe Kristallisierung zu verhindern und einen cremigen Honig zu bekommen, muss der Imker den Honig täglich rühren. Dies muss vom Beginn der Kristallisation bis zum Cremigwerden geschehen.

 

Der in Deutschland geerntete, schonend behandelte Honig wird grundsätzlich in 500 g Einheitsgläsern des Deutschen Imkerbundes abgefüllt und mit dem grünen Gewährstreifenetikett versehen zum Kauf angeboten.

Weil der Honig Feuchtigkeit, fremde Gerüche und Aromen anzieht, sollte er stets gut verschlossen aufbewahrt werden. Eine Erwärmung darf nur im Wasserbad von höchstens 40 Grad Celsius erfolgen. Ansonsten werden wichtige Inhaltsstoffe zerstört bzw. geschädigt.

Hansheinrich von Bestenbostel (1923- 2014)

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